A Drummer´s Diary

Sonntag, 26. August 2018

Ich war eingeladen!

Gestern war ein anstrengender, aber auch sehr schöner Tag, denn Frauchen und ich (!) waren bei Freunden zu einer Gartenparty eingeladen.



Am frühen Nachmittag sind wir mit dem Bus in den Düsseldorfer Norden gefahren. Beim Einsteigen musste Frauchen etwas nachhelfen, doch dann habe ich die viertelstündige Busfahrt gut gemeistert, obwohl der Bus wegen des Fortuna-Heimspiels ziemlich voll war.

Als wir ankamen, musste ich mit Frauchen in ein fremdes Haus gehen und wurde sogleich von zwei mir unbekannten Dackeln stürmisch begrüßt. Da habe ich erstmal recht zurückhaltend reagiert.

Der kleinere der beiden, Dackelwelpe Emil, war der Grund für die Feier, denn er ist Anfang des Monats aus der Wurfkiste in sein neues Zuhause eingezogen.




Nach und nach kamen immer mehr Gäste an und schließlich waren wir rund zehn Hunde verschiedener Größe und mehr als doppelt so viele Zweibeiner vom Kindergarten- bis zum Seniorenalter.

Das Tolle war, dass wir Vierbeiner alle die ganze Zeit ohne Leine im Garten laufen und toben durften und uns dabei prima vertragen haben!










Zwischendurch bin ich aber immer mal wieder zu Frauchen gelaufen. Ich musste mich doch vergewissern, dass sie in dem ganzen Gewusel nicht ohne mich weggehen wollte!
Als Frauchen mal im Bad war, habe ich mich sicherheitshalber vor die Tür gestellt und gewartet, bis sie wieder herauskam.







Wenn wir gerade mal nicht gerannt sind, habe ich mich ein wenig gärtnerisch betätigt und den Rasen vertikutiert, einige Sträucher mit ein paar Tropfen Flüssigdünger versorgt und in einem Beet die Erde etwas aufgelockert. Frauchen meinte, da habe sie wohl wieder einen "dog with green paws" erwischt.

Nach mehreren Stunden war ich dann doch etwas müde und obwohl ich mich bisher trotz Abschalttrainings außerhalb der Wohnung nicht hingelegt habe, musste ich dringend mal meine Pfoten entlasten.




Es war nicht gerade die bequemste Stelle, die ich dafür gewählt habe, aber von dort aus hatte ich den Grill gut im Blick. Die Zweibeiner hatten nämlich ihre Kuchenschlacht beendet und fingen an, Würstchen zu grillen und das roch vielversprechend! Dummerweise waren die Würstchen nicht für uns Hunde gedacht, aber Frauchen hat mir dann doch ganz dezent ein Mini-Grillwürstchen zukommen lassen. Es hat eben Vorteile, ein Frauchen zu haben!




Als es dunkel wurde, zogen sich die verbliebenen Gäste ins Wohnzimmer zurück und ich bin mutig mitgegangen. Ich war so müde, dass ich mich ins nächstbeste Körbchen gelegt habe. Dummerweise war das für Dackel gedacht und deshalb zu klein für mich. Da habe ich ich mich einfach in Frauchens Nähe auf den Boden gelegt und bin dort eingeschlafen.

Als es Zeit zum Aufbruch wurde, hatten wir Glück und wurden netterweise mit dem Auto nach Hause gefahren. Dort habe ich nur noch eine Kleinigkeit gefressen und mich danach gleich zum Schlafen zurückgezogen.

Es war ein wunderbarer Tag und Frauchen war sehr stolz auf mich!

Montag, 20. August 2018

Hallo, ich bin Pino



Vor gut drei Wochen habe ich meine neue Stelle als Frauchens persönlicher Fitnesstrainer angetreten!

Ich bin ca. 6 Jahre alt und komme aus Rumänien, aus dem riesengroßen Tierheim "Smeura". Ende Mai durfte ich ausreisen und ins Tierheim Düsseldorf umziehen, wo ich "Olli" genannt wurde. Dort hat Frauchen mich gefunden, und das kam so:

Am 25. Juni musste mein Vorgänger Bailey, mit dem Frauchen acht Jahre lang sehr harmonisch zusammengelebt hatte, leider diese Welt verlassen. Frauchen war sehr traurig und hat vier Wochen lang überlegt, ob sie sich nach einem neuen Hund umsehen sollte. In der Zeit hat sie jedoch festgestellt, dass ein Leben ohne Hund ein Hundeleben ist und dann doch im Internet auf den Seiten verschiedener Tierheime gestöbert. Dabei bin ausgerechnet ich, der nicht mehr ganz junge rumänische "Angsthund", ihr aufgefallen!



Gleich am nächsten Tag, dem 23.7., ist sie dann trotz Temperaturen von gut 30° ins Tierheim gekommen und an allen Zwingern vorbeigegangen, hat mich jedoch nicht entdecken können und schließlich nach mir gefragt. Glücklicherweise geriet Frauchen an die Hundetrainerin des Tierheims, Frau Grisorio, die mich gut kannte und gleich bereit war, mich aus dem Zwinger zu holen. Sie und Frauchen haben sich unterhalten und dann durfte ich - doppelt gesichert mit Geschirr und Halsband - mit Frauchen einen Spaziergang durch den Wald machen. Frauchen fand, dass ich einigermaßen leinenführig sei (gut, dass die Tierheim-Leute das mit mir geübt hatten!), Jogger und Fahrräder gelassen registrierte und an Kindern neutral vorbeiging und war recht zufrieden mit mir.




Nach unserem Spaziergang haben die Trainerin und Frauchen sich auf eine Bank gesetzt und weiter geredet, während Frauchen mich gestreichelt hat. Ich hatte für den 25. noch einen Termin bei der Tierärztin zur Zahnreinigung und Abgabe-Untersuchung. Frau Grisorio schlug vor, Frauchen könne mich am 27. für eine "Probewohnwoche" abholen. Den Vorschlag fand Frauchen gut.




Am 27. kam Frauchen dann bei 36° tatsächlich mit dem Herrchen von "Bruno Briard", der uns netterweise gefahren hat, um mich abzuholen und es begann eine spannende und anstrengende Probewoche.

Ich musste mich an eine völlig neue Umgebung gewöhnen, Frauchens Spielregeln lernen, mal allein zu Hause bleiben, mit Frauchen einen Busausflug zur Rheinfähre machen, in der Quelle im Wald Wassertreten, viele neue Hunde vom Yorkie bis zur Irischen Wolfshündin kennenlernen (ich bin zu allen anderen Hunden freundlich), mit Frauchen bei Bekannten zu Besuch gehen, mich kämmen lassen... Eben das volle Programm! Und natürlich bin ich unermüdlich mit Frauchen spazieren gegangen, obwohl sie meinte, so fit wolle sie nun auch wieder nicht werden und sie habe wirklich nicht vor, für einen Halbmarathon zu trainieren!




Als die Probewoche um war, hat Frauchen beschlossen, dass ich bleiben darf und ist ohne mich ins Tierheim gefahren, um die Formalitäten zu erledigen. Da ihr der Name "Olli" für mich nicht passend erschien, hat sie mich Pino genannt.

Jetzt bin ich also ein Hund mit einem Zuhause!

Vorgestern sprach uns eine Dame an und sagte, ich sei aber ein hübscher Hund. Als Frauchen ihr erzählte, sie habe mich vor drei Wochen aus dem Tierheim geholt, meinte sie: "Das haben Sie gut gemacht!" Finde ich auch!




Freitag, 3. August 2018

Reise in die eigene Vergangenheit

Vor einigen Wochen erhielt ich eine Mail-Anfrage: Das Erzieher/-innen-Team eines Kindergartens wünschte sich für seinen Team-Tag einen Trommelworkshop. Da wurden Erinnerungen wach, denn es handelte sich ausgerechnet um meinen alten Kindergarten St. Adolfus in Düsseldorf!

Das erste, was mir wieder einfiel, war das Lied "Lobt froh den Herren", das ich im Kindergarten gelernt habe und dessen erste Strophe ich heute noch auswendig singen kann:

https://www.youtube.com/watch?v=WQtGC-_t910

Dann kam mir in den Sinn, wie ich im Kindergarten für Frauenrechte sensibilisiert wurde: Wenn wir im Sandkasten spielten, bekamen nur die Jungen eine richtige Schaufel mit Stiel, die Mädchen nur ein kleines Handschüppchen, mit dem keine nennenswerten Sandmengen zu bewegen waren! Das habe ich damals bereits als ungerecht empfunden. Glücklicherweise ist das heute nicht mehr so.

Wie lange einem solche Erinnerungen im Gedächtnis bleiben! Das zeigt auch, wie wichtig und prägend die Arbeit der Kindergärten ist!

Am 20.7. war es dann so weit, ich betrat nach rund 60 Jahren wieder meinen Kindergarten. Mir fiel auf, dass der Spielplatz inzwischen viel größer ist als damals, aber ich wusste noch genau, wo einst der Sandkasten war. Auch im Inneren hat sich natürlich manches verändert, doch der Blick aus den beiden Räumen zur Fischerstraße hin war mir noch präsent.

Der Workshop mit dem sehr netten Team hat mir trotz der hohen Temperaturen viel Freude gemacht!

Als wir fertig waren, suchte eine der Erzieherinnen extra für mich noch im Archiv und fand schließlich ein Gruppenfoto aus dem Jahr 1960, das älteste, das noch vorhanden ist. Darauf habe ich mich dann nach einigem Suchen (Kindergartengruppen und Schulklassen waren damals erheblich größer als heute) wiedergefunden! 


Mittwoch, 13. Juni 2018

Ausflug zum Achtjährigen


Gestern war es genau acht Jahre her, dass Frauchen mich aus dem Tierheim geholt hat!

http://adrummersdiary.blogspot.com/2010/06/ich-bin-der-zukunftige-hund.html

Ich habe überlegt, wie wir diesen denkwürdigen Tag entsprechend begehen könnten und mich dann für einen gemeinsamen Ausflug entschieden.

Vorgestern ging es mir nämlich gar nicht gut, ich hatte arge Schmerzen, konnte kaum laufen und hatte Probleme, meine rechte Hinterpfote richtig aufzusetzten. Geschlafen haben wir auch nicht viel. Frauchen war sehr besorgt und befürchtete, mein letztes Stündlein sei gekommen. Da bot sich doch ein Ausflug zum Tierarzt geradezu an!

Netterweise hat uns das Frauchen von Lilly und Amigo sofort angeboten, mit uns in die Praxis zu fahren!

Ich bekam mein altes Geschirr angezogen, damit Frauchen mir besser ins Auto helfen konnte. So gerüstet standen wir dann an der Straße und als ich das Auto mit meinem "Pflegefrauchen" und meinen beiden Kumpels darin sah, wedelte ich gleich in freudiger Erwartung.

Auf der Fahrt habe ich interessiert die Aussicht und die Gesellschaft genossen. Die Action in der Praxis fand ich auch spannend, so viele unbekannte Vier- und Zweibeiner! Wer mich in dieser anregenden Umgebung gesehen hat, hätte denken können, Frauchen habe sich meinen schlechten Zustand nur eingebildet!

Als wir an der Reihe waren, wurde ich untersucht und geröntgt. Wie immer habe ich das alles sehr brav über mich ergehen lassen. Das Röntgenbild zeigte, dass ich hochgradige Spondylose in der Lendenwirbelsäule habe. Da ich inzwischen ein alter Herr bin, meinten der Tierarzt und auch Frauchen, dass eine OP nicht indiziert sei.

Ich bekam dann erst eine Spritze und wurde dann noch "gequaddelt", was wirklich sehr unangenehm war und mir doch einige Schmerzlaute entlockt hat. Als die Piekserei endlich vorbei war, habe ich mich kräftig geschüttelt und diesen unschönen Teil unseres Ausfluges damit schnell abgehakt. Immerhin konnte ich mich danach gleich wieder besser bewegen.

Frauchen bekam dann noch Hinweise zu meiner Schmerzmittel-Therapie und war sehr froh, mich wieder mitnehmen zu können.

Als wir zu Hause waren, bin ich gleich in meinem "pfotenbetriebenen Whirlpool" gehüpft und habe ein wenig geplanscht.

Mir gefällt es bei meinem Frauchen und ich habe beschlossen, noch länger zu bleiben!

 
Ich finde, wir haben unser achtjähriges Zusammensein angemessen gefeiert. Bis auf die Spritzen war es doch ein netter Ausflug!




Samstag, 31. März 2018

Trommeln und "Heimatkunde"

In der Aula der Maxschule hängt ein großes historisches Foto von der Schulstraße mit der Maxkirche.




Vor einigen Wochen saß ich dort mit meinen Trommelanfängern aus den Klassen 1 und 2, als mich plötzlich eine Schülerin fragte: "Ist das die Schulstraße? Die Häuser sehen doch ganz anders aus!"

Ich habe ihr dann erklärt, dass diese Aufnahme wohl über hundert Jahre alt ist, was man auch daran sehen könne, dass die Leute auf dem Bild ganz anders angezogen sind als wir heute. Inzwischen seien neue Häuser gebaut worden. Die Maxkirche aber konnten die Kinder auf dem Foto erkennen.

Ein Schüler wollte wissen, ob es damals schon die Maxschule gegeben habe. Ich erzählte, dass unsere Maxschule eine sehr alte Schule ist, die es schon seit mehr als dreihundert Jahren gibt und dass das Schulgebäude, in dem wir heute sind, 1856 gebaut wurde, also schon über 160 Jahre alt ist.

Da fragte mich ein Erstklässler: "Warst Du damals auch schon hier?"