Montag, 3. Oktober 2011

Schnüffelkurs

Am Wochenende hatten wie Glück: Als Frauchen und ich am Samstag in den Hundeverein zum Training kamen, hörten wir zufällig, dass zum "Schnüffelkurs" nicht alle angemeldeten Teilnehmer erschienen waren. Frauchen ist der Meining, Schnüffeln sei ein angemessenes "Gehirnjogging" für Hunde und hatte sich vorher schon mal nach dem Kurs erkundigt, aber da war die Liste bereits voll. Doch nun konnten wir kurzentschlossen einspringen!

Meine erste Aufgabe bestand darin, einer kurzen, mit Hühnerbrühe ausgelegten Fährte im Gras zu folgen. Das habe ich einigermaßen hinbekommen und zur Belohnung fand ich am Ende der Spur einen Markknochen, der mit Leberwurst gefüllt und dann ins Gefrierfach gelegt worden war. Köstlich! Und während die anderen Hunde aus unserer Ausbildungsgruppe bei 25 Grad auf dem großen Platz Leinenführigkeit, Sitz und Platz übten, lagen wir "Schnüffelhunde" auf dem Nebenplatz gemütlich im Schatten auf dem Rasen und schleckten genüsslich kühle Leberwurst. So macht Hundeschule richtig Spaß!

Unsere Frauchen bekamen derweil von Martina, der Ausbilderin, viele Tipps, wie man uns Hunde mit dem Auspacken von Leckerchen beschäftigen kann. Einen der Tipps konnten wir alle gleich ausprobieren: Für jeden Hund wurde in den Pappkern einer Toilettenpapierrolle ein Stückchen gekochte Hühnerbrust eingepackt und wir durften es "auspacken" und als Nachtisch zur Leberwurst verspeisen. Frauchen hat versprochen, dass sie demnächst das Innenleben leerer Klopapierrollen nicht mehr sofort entsorgen, sondern für mich mit Leckerli befüllen wird!

Dann musste Frauchen ein Stück mit mir gehen und hat unterwegs ein Päckchen Taschentücher aus ihrer Hosentasche fallen lassen. Ich wurde dann zum Suchen zurückgeführt (nennt sich wohl "Verlorensuche"). Als ich das Päckchen kurz mit der Nase berührt habe, hat Frauchen sich gefreut und mich gelobt. (Dieses Anstupsen mit der Nase hat Frauchen sehr an meinen Vorgänger Ben erinnert: Wenn Frauchen ihm auf einem Spaziergang einen Ball geworfen hat und er keine Lust zum Ballspielen hatte, ist er kurz zu dem Ball gelaufen, hat ihn angestupst und ist dann weiter seiner Wege gegangen, so nach dem Motto: "Frauchen, wenn Du den Ball wegwirfst, kannst Du ihn gefälligst selbst wieder aufheben, aber ich zeige Dir gerne, wo er liegt!")

Bei der nächsten Übung habe ich mich dann nicht so clever angestellt: Auf einem Gestell waren leere O-Saft-Plastikflaschen aufgespießt und in die Flaschen kamen Leckerchen, die wir Hunde durch Drehen der Flaschen zum Herausfallen bringen sollten. Habe ich irgendwie nicht kapiert, aber ich habe mir auch nicht besonders viel Mühe gegeben, denn nach der Leberwurst war ich nicht mehr hungrig.

Dafür habe ich aber eine andere Übung gemeistert: Martina hatte unseren Frauchen ein Holzstück gegeben, das sie in ihre Hosentaschen stecken sollten, damit das Holz ihren Geruch annahm. Nach einer Weile sollte mein Frauchen dann das Holzstück auf ein Brett legen, auf dem etliche gleich aussehende Holzstücke befestigt waren. Beim zweiten Versuch habe ich das Holzstück schnell herausgefunden und es sogar aufgenommen!

Wir hatten also einen schönen und anregenden Nachmittag. Als die Stunde zu Ende war, erfuhren wir, dass der Kurs am Sonntag noch weiterging und Frauchen hat gefragt, ob da für uns auch noch Platz sei. Martina bejahte das und teilte uns den Treffpunkt am Rhein mit. Frauchen wusste erst nicht, ob und wie wir mit dem Bus dort hinkommen sollten, aber das Frauchen von Goldie "Danny" bot uns netterweise an, uns an der Haltestelle, wo wir immer aus dem Bus steigen, "aufzusammeln", denn sie käme dort ohnehin vorbei.

Also fuhren wir gestern bei ebenfalls traumhaft schönem Spätsommerwetter wieder mit dem Bus nach Stratum. An der Bushaltestelle kam wenig später Danny mit seinem Frauchen an und ich bin ohne Zögern gleich hinten ins Auto gesprungen. Danny und ich kommen gut miteinander aus und mein Frauchen mag ihn auch, denn er erinnert sie an meinen Vorgänger Ben.

Auf einem Parkplatz in der Nähe des Rheins trafen wir dann den Rest der Schnüffelgruppe und machten uns auf den Weg. Auf dem Programm stand zuerst "Personensuche" und ich kam als Zweiter an die Reihe. Herrchen von Max wischte sich mit einem Taschentuch über Stirn und Nacken, legte es dann in einen Plastikbeutel, den er auf dem Weg fallenließ und versteckte sich anschließend hinter einer Wegbiegung im Gebüsch. Angetan mit Geschirr und Schleppleine ging ich dann mit Frauchen auf die Suche. Sie ließ mich neben der Tüte auf dem Weg anhalten, ich steckte kurz meine Nase hinein, um den Geruch aufzunehmen und fand die Spur. Frauchen wunderte sich, als ich dann anhielt, aber ich hatte Max´Herrchen bereits gerochen, ehe Frauchen ihn gesehen hatte! Dasselbe Spiel sollte ich dann gleich noch einmal machen. Unterwegs habe ich mich mal kurz ablenken lassen und wollte in eine andere Richtung. Da ist Frauchen stehengeblieben und ich habe die Fährte wieder aufgenommen und bin ihr bis zu Max´Herrchen gefolgt. So etwas hatten Frauchen und ich noch nie zuvor gemacht und sie war begeistert, dass ich das geschafft hatte!

Im weiteren Verlauf des Spaziergangs kamen dann alle anderen Hunde auch an die Reihe und dann ging es ans Wasser. Bei dem schönen warmen Wetter haben wir ausgiebig gebadet und Frauchen ist auch mit ins Wasser gewatet. Sogar mein neuer Kumpel Danny, der sonst nicht gern ins Wasser geht (und das als Retriever, er muss wohl mal eine schlechte Erfahrung damit gemacht haben), hat sich schließlich reingetraut, als er gesehen hat, wieviel Spaß wir anderen Hunde beim Toben im Wasser hatten!

Anschließend hat Martina mich an der Leine festgehalten und Frauchen ging los und versteckte mein Futter-Dummy über Bodenhöhe in einem Strauch. Als sie zurückkam, habe ich mich erstmal riesig gefreut und dann sind wir nochmal zusammen auf die Suche gegangen. Ich bin nicht sofort fündig geworden, denn ich hatte auf dem Boden gesucht und außerdem habe ich mich von einer leeren Süßigkeitentüte ablenken lassen, die in der Nähe lag. Aber schließlich habe ich mein Dummy doch noch gefunden und durfte zur Belohnung ein paar Futterbrocken daraus fressen.

Dann war es Zeit für den Rückweg und Danny´s Frauchen hat uns wieder bis zur Haltestelle mitgenommen, wo auch gleich unser Bus kam.

Das war ein toller Kurs, besonders bei dem herrlichen Wetter! Als wir nach unserem insgesamt vierstündigen Ausflug wieder zu Hause waren, waren wir beide zufrieden und müde und haben uns erstmal einen kleinen Mittagsschlaf gegönnt. Frauchen hatte sogar das Gefühl, einen leichten Hauch von Sonnenbrand auf der Haut zu spüren, und das Anfang Oktober!

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